Chronik & Geschichte

 

 

Historisches

Errichtet 1937/1938 als Offiziersheim für die deutsche Wehrmacht im nationalsozialistischen Regime, weist das abraxas bis heute zahlreiche architektonische Elemente des »Heimatschutzstils« auf: ein turmähnlicher Eingang mit Zwiebeldach und Segmentbogen und – um die Bedeutung der Offiziere zu würdigen – dauerhafte, wertige Materialien wie Muschelkalk und roter Marmor, Eichenholztüren, aufwändig gestaltete Gitter und Holzvertäfelungen. Das Kasino bot exklusive Räumlichkeiten für Empfänge, die Wände der repräsentativen Räume waren mit Seide bespannt. Im heutigen Theater wurde getanzt, wobei auf dem »Technikerbalkon« die Kapelle aufspielte. Wegen seines hohen Zeugniswerts für die funktionsorientierte architektonische Auffassung des Nationalsozialismus steht das Gebäude seit 2006 unter Denkmalschutz.

 

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges quartierte die U.S. Army zunächst »Displaced Persons« und später ihre eigenen Truppen in unzerstörte Gebäude der NS-Kasernen ein. Die Somme-, Arras- und Panzerjäger-Kaserne, für die das Gebäude als gemeinsames Offiziersheim gedient hatte, wurden Anfang der 1950er-Jahre zusammengefasst und etwa 1953 in »Reese Baracks« umbenannt. Das Offizierskasino wurde zum »Family Recreation Center« –  ein Freizeitcenter für die GIs und ihre Familien – umfunktioniert. 1953 wurde auch die heutige BBK-Galerie (Flachbau) errichtet und zuerst als Kantine, ab 1970 als »Pool Hall« und Keramik-Center und ab 1980 als Fitnesscenter genutzt. Das ehemalige Offizierskasino wurde von der US-Armee zudem mit einem Theater, einer kleinen Snackbar und einem »Music Center« mit Tonstudios und Übungsräumen ausgestattet. In den 1980ern wurde das »Recreation Center« aufwändig und möglichst originalgetreu saniert, 1986 der ehemalige Tanzsaal mit Orchesterbalkon zum Theater umgebaut – bis heute sind die Sitztribüne und die US-amerikanische Bestuhlung in Benutzung. Mit dem Abzug der US-Truppen aus Augsburg bot sich an, das gut erhaltene Gebäude mitsamt seinen Einrichtungen wie Theater und Café zu erhalten und, unter Federführung der Stadt Augsburg, einer kulturellen Nutzung zuzuführen. 1994 stimmte die U.S. Army in einem bundesweit einmaligen Vorgang zu, die Theater-Ausstattung mit Einbauten an die Stadt Augsburg zu verkaufen. Das Gebäude darum herum mietete die Stadt beim Bundesvermögensamt (dem Verwalter der Konversionsflächen) und eröffnete im November 1995 das Kulturhaus abraxas.

 

 

 

Umbau und Eröffnung

Im Spätsommer 1995 wurde mit den Umbau- und Renovierungsarbeiten begonnen. Der Konversionsausschuss der Stadt hatte hierfür DM 400.000 zur Verfügung gestellt. Das Konzept des Hauses orientierte sich an den britischen »art centres«. Unter einem Dach sollten Künstlerateliers, Musikübungsräume und Räume für Veranstaltungen aller Genres versammelt werden. Das Haus sollte der freien Augsburger Kulturszene als künstlerische Heimat und Plattform für kreativen Austausch dienen. Die Nachfrage war riesig: innerhalb weniger Tage konnten alle Ateliers und Musikräume vermietet werden, bis heute werden Wartelisten geführt.

 

Bereits im November 1995 wurde die große Ausstellungshalle als »Kulturforum abraxas« mit einer hochwertigen Dalí-Ausstellung eröffnet, und auch das Café nahm seinen Betrieb auf. Im Dezember 1995 erlebte das Theater seine erste Aufführung nach dem Umbau. Als letzter Gebäudeteil wurde im Januar 1996 der Nordflügel geöffnet. Mehrere Tausend Menschen hatten die Eröffnungsveranstaltungen besucht; allein die Dalí-Ausstellung lockte in den ersten 3 Monaten über 15.000 Besucher an. 1998 wurde der Trägerverein »Kinder- und Jugendtheater abraxas e.V.« gegründet mit dem Ziel der Förderung von Kindertheatergruppen in Augsburg und Umgebung. Im Juni 2015 wurde das 20-jährige Jubiläum unter Mitwirkung fast aller im Hause ansässigen Künstler*innen mit einem fulminanten Kunst- und Kulturevent gefeiert.

 

Für den Namen abraxas (atrium, bühne, restaurant, ateliers, experimentelle musik in augsburg an der sommestraße) zeichnet übrigens der damalige Kulturreferent Dr. Kotter verantwortlich.

 

 

Das Kulturhaus abraxas heute

Raum für Künstler, Kunst für Kinder

 

Heute hat sich das abraxas als gefragte Veranstaltungsstätte mit rund 500 Veranstaltungen und 40.000 Besuchern pro Jahr (alle Spielorte) längst etabliert. Unter seinem Dach sind Künstlerateliers und Musikräume, die große Ausstellungshalle und die Druckwerkstatt des BBK, das Restaurant »Reesegarden« mit idyllischem Biergarten und eigener Konzertreihe und die Musikwerkstatt zuhause. Ebenfalls vom abraxas aus beschreiten das Junge Theater und sein Theaterpädagogisches Zentrum mit ungewöhnlichen Ideen, Konzepten und Theaterformen neue Wege und wirken in Schulen und Stadtteile hinein. Für Veranstaltungen erweist sich das kleine aber feine abraxas Theater immer neu als Herzstück des Hauses und als extrem variabel; entsprechend vielgestaltig zeigt sich das Programm mit einer Bandbreite von ProgRock bis Elektrofrickler-Sound, von Butoh bis Flamenco, von klassischem Schauspiel bis zur experimentellen Theaterperformance.

 

Für den Pulsschlag des Hauses sorgen jedoch die sechs ganz unterschiedlichen Augsburger Kindertheatergruppen, die in rund 300 Aufführungen pro Jahr das abraxas als Zentrum für Kinder- und Jugendkultur mit Leben füllen. Sie sind es, die das Erlebnis Theater schon für unsere kleinsten Besucher greifbar machen und bei ihnen die Freude an Kunst und Kultur wecken und erhalten. Genau das will auch das abraxas Sommerfest: auf spielerische Art Kunst und Kultur zum Kennenlernen, Selbermachen und Anfassen bieten.

 

 


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